Azubis über Norddeutschland

Endlich, ein halbes Jahr nach unserem erfolgreichen Abschluss der OMD-School konnten wir nun unseren Gewinn einlösen: Als Gewinnergruppe sind Marvin, drei weitere Kollegen und ich zum Fallschirmspringen nach Ganderkesee bei Bremen gefahren.

Bei traumhaftem Sprungwetter bekamen wir als erstes eine Einweisung, lernten unsere Tandempartner kennen und legten unsere Ausrüstung an. Nach kurzer Wartezeit ging es dann per Trittleiter in die Cessna – und schon hoben wir ab.

Aus dem Fenster konnte man Häuser, Wiesen und den Flugplatz erkennen. Ich war voller Adrenalin. Das war gut so, denn dann ist man umso konzentrierter. Je höher wir kamen, desto kleiner sah alles aus. Wer jetzt schon beim Lesen schwitzige Hände bekommt, dem sei gesagt: Der spannende Teil kam erst noch!

Mein Tandempartner Jimmy zurrte mich mit seinem Sicherungsgurt fest. Nach 20 Minuten waren wir in 4.000 Metern Höhe, Zeit für den Absprung. Es öffnete sich eine Luke auf der rechten Seite der Maschine. Es gab  kein Zurück mehr. Wir rutschten in Richtung Luke, ich ließ meine Füße aus der Maschine baumeln, legte die Hände an meinen Gurt, den Kopf in den Nacken. Jimmy sprang mit mir aus dem Flugzeug.

Wir taumelten, bis wir irgendwann in Position waren. Ich machte wie besprochen ein Hohlkreuz. Wir rasten Richtung Erde, mit über 200 km/h. Sie war immer noch weit weg. Der freie Fall dauerte eine Minute, es fühlte sich an wie zehn. Das muss man erlebt haben!

Dann löste Jimmy den Fallschirm aus, wir bremsten stark ab, wurden ein bisschen durchgeschüttelt. Es war plötzlich ganz ruhig, wir gleiteten. Ich merkte, dass Jimmy gegenlenken musste, weil wir uns drehten. Ich guckte aber nicht nach oben. Nach ein paar Sekunden sollte ich nochmal die Absprunghaltung einnehmen. „Okay“ sagte ich nur.

Jimmy trennte den Schirm ab. Noch mal 3 Sekunden freier Fall, dann zog er der Reserveschirm.
Es fühlte sich besser an. Zur Landung hob ich meine Beine an, wir landeten butterweich. Ich fühlte mich wie der glücklichste Mensch auf der Welt.

Nach der Landung erzählte Jimmy mir, dass unser Hauptschirm eine Fehlöffnung hatte. Die Schnüre hatten sich verdreht, deshalb brauchten wir den Reserveschirm. Langsam merkte ich, wie schön es war, wieder auf dem Boden zu sein.

Ich war zum Glück als letzter dran und bin mir nicht sicher, ob meine Kollegen nach meinem Sprung auch noch gesprungen wären. So einen Reserveschirm braucht man nämlich nicht gerade häufig. Trotzdem war es für uns alle ein unvergessliches Erlebnis, das wir evtl. wieder machen werden. Großartig!

Bis bald,

Hendrik

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