Helden der Aussenwerbung

5. Februar 2014 Veröffentlicht von: Christian

Ich habe sie gesehen!

Während meiner Ausbildungsstation in der OMG Outdoor war ich Teil des Redaktionsteams von FACTS, dem Out-of-Home Magazin unserer Hamburger Outdoor Spezialisten. Das Team von FACTS arbeitet gerade an einer redaktionellen Serie, den „HELDEN DER AUSSENWERBUNG“, in der es darum geht, die komplexen Arbeitsabläufe hinter den Kulissen einer Out-of-Home-Kampagne aufzuzeigen.

Tag 1: Ich besuchte mit Karin Winter (Fachverband Aussenwerbung) und Tanja Weis (OMG Outdoor) die Hansen-Plakatierer,  die Teil eines alteingesessenen Hamburger Plakatunternehmens sind, welches mittlerweile seit über 60 Jahren besteht. Nach eigener Aussage  durften wir hier sogar die „Erfinder der 18/1 Größfläche“ kennenlernen. Die Arbeitszeit der Plakatierer beginnt in der Regel um 6 Uhr morgens; im Sommer noch früher, um der Hitze zur Mittagszeit zu entgehen.

Das Unternehmen hat sowohl kommerzielle als auch Wahlkampfplakatierung im Portfolio. Die Wahlkampfplakate bzw. Stellschilder werden in der Halle beklebt und draußen mithilfe von Erdnägeln aufgestellt.  So ein Erdnagel ist fast einen halben Meter lang! Die Stellflächen wiegen 70 kg. Zu stressigen Wahlkampfzeiten nehmen die Mitarbeiter bis zu 10 kg ab! Wer also einen „Body-Shape“-Ferienjob haben möchte, wäre hier genau richtig.

Kaum war ich in der Halle, wurde mir ein Quast (Quast = besenartiger Pinsel) in die Hand gedrückt, und ich durfte unter fachmännischer Anleitung sogar selbst eine Großfläche bekleben. Hier habe ich gemerkt, wie schwierig es ist, ohne Risse und Blasen zu arbeiten. Außerdem ist der Quast inklusive Kleber ziemlich schwer. Nach der Aktion waren meine Arme müde und ohne Kraft. Hut ab vor den Männern, die pro Tag 100-120 Flächen plakatieren müssen!

Tag 2: Es ist 5 Uhr morgens, ich stehe auf dem Betriebshof von WallDecaux in Hamburg. Der Wind weht aus Ost und es ist empfindlich kalt. Trotzdem wollte ich mir die Chance nicht  entgehen lassen, die Wartungsfachmänner einmal live bei der Arbeit zu erleben. Sie sorgen dafür, dass wir über Nacht und jede Woche, immer neue Motive auf den City-Light-Postern und City-Light-Bords (= beleuchtete Plakatwechsler-Vitrinen) zu sehen bekommen. Die Wartungsfachmänner sind neben dem Wechsel der Motive auch für das Säubern und für kleinere Reparaturarbeiten zuständig. Wir folgen den Männern im Auto durch die Hamburger Innenstadt. Das ist aufregend, denn es geht kreuz und quer, zum Teil auch auf Busspuren, zügig hin und her. Halt für den Wechsel der Plakate sind nicht selten Verkehrsinseln. Nach der Tour, Tanja hatte alle Fotos im Kasten, fahren wir noch zur Zentrale zurück, um dort mit dem Niederlassungsleiter zu sprechen.

Spätestens, seit ich den Mitarbeitern beim Plakatwechsel einer City-Light-Bord-Anlage zugeschaut habe (einem beleuchteten, hinterglasten Werbeträger, der ganze neun Quadratmeter misst und auf einem drei Meter hohen Standfuß steht) ist mir klar, dass diese Männer echte Helden sind.

Diese Erfahrungen lassen mich künftig mit offeneren Augen durch unsere Städte gehen, denn nun weiß ich, wie viel Arbeit hinter solch einer Out-of-Home-Kampagne steckt, bis sie für alle zu sehen ist.

Viele Grüße

Deine Lyn