HR Interview

18. Mai 2021 Veröffentlicht von: Madita

Hallo Christin,  

wir wollen dich heute gerne mit ein paar Fragen zu deinem Job löchern.  

Du bist „Executive für Human Resources“ im Omnicom Media Group-Netzwerk am Standort Hamburg. Wie sieht dein typischer Arbeitsalltag aus und was zählt zu deinen Arbeitsbereichen? 

Christin: 

Das ist eine gute Frage, die sich gar nicht so leicht beantworten lässt – denn so einen typischen Arbeitsalltag gibt es eigentlich gar nicht. Im Großen und Ganzen umfasst mein Tätigkeitsfeld alles rund um das Thema Ausbildung und duales Studium und orientiert sich dabei stark am Mitarbeiterzyklus einer Nachwuchskraft in unserem Unternehmen – es geht los mit der Gewinnung und Auswahl von Auszubildenden und dualen Studierenden sowie  die Organisation und Durchführung des Ausbildungsstarts. Dann zählt aber auch die Betreuung der Auszubildenden über die gesamte Ausbildungsdauer hinweg bis hin zur Übernahme dazu, wenn wir gemeinsam schauen, wo die Reise hingehen soll und welche Übernahmebereiche sich die  Auszubildenden und Studierenden vorstellen können. Und dann gibt es natürlich noch diverse andere interne wie auch externe Gruppen, mit denen ich in Kontakt stehe, wie bspw. Fachausbilder*innen, Führungskräfte aber auch Trainer*innen, Handelskammern, Berufsschulen und Partneruniversitäten. Also ein bunter Blumenstrauß an Aufgaben, der durch spannende weitere Projekte im Rahmen der Nachwuchskräfteentwicklung wie z. B. das Young Innovator Programm ergänzt wird – aber dazu ggf. mal mehr in einem weiteren Interview 😉

Das heißt du bist verantwortlich für die Betreuung und Ausbildungskoordination , aber auch für die Einstellung von neuen Auszubildenden und dual Studierenden. Wie genau sieht denn der Bewerbungsprozess aus deiner Sicht aus? 

Christin: 

Im Herbst startet immer die Recruiting-Phase für unsere Ausbildungsprogramme mit Beginn im August/September des darauffolgenden Jahres. Die Stellenausschreibungen findet man dann ab ca. Oktober auf unserer Jobbörse.

Der Bewerbungsprozess lässt sich grundsätzlich in drei Stufen unterteilen:

1) Los geht es mit dem Sichten der Bewerbungsunterlagen, die mit nur wenigen Klicks über das Online-Bewerbungsformular in unser Recruiting-Portal hochgeladen und somit von uns eingesehen werden können. Ein klassisches Anschreiben ist nicht mehr erforderlich, stattdessen machen wir uns durch den Lebenslauf und drei Motivationsfragen ein Bild über den/die Bewerber*in und schauen, ob seine/ihre Qualifikationen und Motivation unserem Anforderungsprofil für die jeweilige Stelle gerecht werden. Dabei werfen wir natürlich auch einen Blick in die relevanten Zeugnisse und Bescheinigungen, z. B. über Schulabschlüsse, Praktika oder Nebenjobs.

2) Sofern uns die Bewerbungsunterlagen überzeugen, laden wir die Kandidat*innen im zweiten Schritt zu einem Assessment-Center (AC) in die Agentur ein. Hier erwarten die Bewerber*innen diverse Aufgaben wie eine Selbstpräsentation, eine Einzel- sowie Gruppenaufgabe. So haben wir die Möglichkeit, die Bewerber*innen in verschiedenen Situationen kennenzulernen und ein möglichst ganzheitliches Bild von ihnen zu bekommen. Gleichzeitig möchten wir einen solchen Auswahltag aber auch nutzen, um über uns als Ausbildungsbetrieb zu informieren, schließlich geht es immer um ein gegenseitiges Kennenlernen und die Frage, ob man zueinander passt.

3) Im dritten Schritt werden dann all diejenigen, die uns beim AC überzeugt haben, zu einem persönlichen Gespräch eingeladen, bei dem wir nochmal ein paar Fragen zur Person, Motivation und bisherigen Erfahrungen stellen. Auch der/die Bewerber*in hat hier nochmal die Möglichkeit, letzte offene Fragen zu stellen. Das Gespräch dauert ca. 60-90 Minuten.

Wer uns in diesem letzten Schritt überzeugt, bekommt von uns ein Vertragsangebot und darf sich über einen Ausbildungsplatz freuen.  

Und wie unterscheidet sich der Bewerbungsprozess dieses Jahr 2020/21, in Zeiten der Corona-Pandemie, zu denen in den Vorjahren? 

Christin: 

Durch die Corona-Pandemie haben wir uns zum Schutze aller dazu entschieden, das Auswahlverfahren komplett virtuell abzubilden. Das AC haben wir auf zwei Termine aufgeteilt: In einem ersten Termin bekommen die Bewerber*innen eine Einzelaufgabe, die sie lösen. Anschließend stellen wir uns als Ausbildungsbetrieb und unsere Ausbildungsprogramme näher vor. In einem zweiten Termin folgen dann die oben erwähnte Selbstpräsentation und eine Gruppenaufgabe, welche die Kandidat*innen gemeinsam ausarbeiten – alles virtuell via MS-Teams mit Video. Es schließt sich wie im Bewerbungsprozess vor Corona im letzten Schritt ein virtuelles Einzelinterview an.

Worauf achtest du bei der Bewerber*innenauswahl? Was ist dir besonders wichtig bei den Bewerber*innen? 

Christin:

Wichtig sind uns vor allen Dingen das Thema Motivation und Leidenschaft für den Ausbildungsberuf aber auch für unsere Branche. Bewerber*innen sollten uns davon überzeugen, warum sie diesen Ausbildungsberuf unbedingt erlernen möchten und warum wir der perfekte Ausbildungsbetrieb für sie sind. Darüber hinaus sollten die Bewerber*innen ein gutes Händchen für Zahlen mitbringen und Spaß daran, sich näher mit Excel und PowerPoint zu befassen. Zudem achten wir auf diverse Softskills wie Lernbereitschaft, Eigeninitiative, Organisation sowie Sorgfalt und für uns wichtig ist auch das Thema Teamfähigkeit.

Und na klar, die Basics wie fehlerfreie Unterlagen und Pünktlichkeit sollten natürlich auch gegeben sein 😉

Was ist, wenn ich ein Black-out während des ACs bekomme?

Christin: 

Keine Panik – sollte es mal vorkommen, dass jemand gerade vor Aufregung gar nichts mehr weiß – dann einmal tief durchatmen, sich versuchen wieder zu sammeln und ruhig auch seinem Gegenüber preisgeben, dass man gerade ein bisschen nervös ist. Vergiss nicht: Letztlich zählt immer der Gesamteindruck und nicht eine einzelne Situation. Wir haben den Auswahlprozess so konzipiert, dass wir in den verschiedensten Übungen und Situationen viele verschiedene Eindrücke von den Kandidat*innen gewinnen können.

Und nun abschließend: Was sollte man deiner Meinung nach bei einem digitalen Bewerbungsgespräch beachten? 

Christin 

Das A und O ist natürlich ein funktionierendes technisches Equipment. Daher sollte man früh genug prüfen, ob alles vorhanden ist und einen Probelauf durchführen. Eine Anleitung und Checkliste zum Einwählen versenden wir mit den Einladungen zu den jeweiligen Auswahlterminen.

Grundsätzlich benötigt man einen Computer mit Internetzugang. Das Einwählen über das Smartphone ist nicht empfehlenswert. Damit eine gute Tonqualität gewährleistet werden kann, empfehlen wir die Verwendung eines Headsets. Nebengeräusche können somit ausgeblendet werden und wir können uns ganz auf den/die Bewerber*in und unser Gespräch konzentrieren. Zudem ist es uns wichtig, dass wir einander sehen können. Daher ist sicherzustellen, dass der Computer über eine intakte Webcam verfügt. Dabei hilft es, die Kamera gerade auszurichten – ähnlich wie der Augenkontakt in einem persönlichen Gespräch. Und na klar: Ein ruhiger Ort, an dem man ungestört ist und die Lichtverhältnisse gut sind, sollte auch gegeben sein.

Welchen Tipps möchtest du den Bewerber*innen mit auf den Weg geben?

Christin:
Versuche dich nicht zu verstellen oder die „perfekten Antworten“ auswendig zu lernen – sei einfach du selbst und präsentiere dich authentisch.